Im Jahre 1919 fanden sich elf “echte Wiesser Pänz” zusammen,
um einen Fußballclub zu gründen.
Kunterbunt wurde in den ersten Jahren gespielt.
Es gab weder Trikots in einheitlicher Farbe noch Fußballschuhe.
Die Freude am Spiel und die Kameradschaft der Gründer überbrückten alle Düftigkeiten in dieser Nachkriegszeit. Jeder Pfennig trug die Mannschaft zusammen. Und was für unsere Nachbarschaft im Jahr
1919 ein unlösbares Problem war, wurde geschafft. Die Freude am Spiel und der Zusammenhalt in der Mannschaft zeigen erste Erfolge, die in den Jahre 1924 - 28 weitere Sportbegeisterte anziehen. Es
gab eine komplette Spielerkluft mit Fußballschuhen. Ganz Weiss stand wie ein Mann hinter den Fußballern.
Neben dem Fußballclub gibt es in dieser Zeit in Weiß die Turnerschaft, die außer Turnen und Leichtathletik mit gutem Erfolg Handball und Faustball betreibt. Jahrelang bestanden diese Vereine
nebeneinander, bis sie sich 1932 unter dem Namen TSV Weiss zusammenschließen.
Sportliche Erfolge und Misserfolge wechseln einander ab. 1937 gelingt den Weißer Fussballern sogar die Meisterschaft und den Aufstieg in die 1. Kreisklasse. Der TSV Weiß hatte sich endgültig in
den “Kreis der Großen” vorgearbeitet. Weiß stand in sportlicher Blüte.
In den Kriegsjahren 1939 bis 1944 kann der TSV im Gegensatz zu anderen Vereinen den Sportbetrieb aufrecht erhalten und manche Erfolge gegen namhafte Soldatenmannschaften erzielen. Doch 1944 wurde
auch im Weisser Rheinbogen der Ball weggeschlossen.
1945 kamen einige gute Fußballer aus der Gefangenschaft zurück und ab 1946 wurde wieder um Punkte gespielt. 1947 glückte dem TSV Weiss der Aufstieg in die Bezirksliga und 1950 gewann der TSV den
Kreispokal. In Weiß blühte der Fußballsport. Zwei unserer Weisser Jungs “Franz Scheuer und Hennes Pfeiffer” wechselten später zum 1. FC Köln als Vertragsspieler. Hennes Pfeiffer, das wohl größte
Talent der Weisser Fußballer wurde einmal in die B-Nationalmannschaft berufen und spielte mehrere Jahre in der 1. Mannschaft des 1.FC Köln Mittelstürmer.
1955 - 1968 spielten die Weisser in der Kreisliga. 1969 gab es wohl einer der größten Erfolge in der Vereinsgeschichte, als sich der Kreisligist TSV Weiss bis in die DFB-Pokal Hauptrunde durchsetzte. Hier trafen sie dann auf Alemania Aachen, die zu der Zeit 2. in der 1. Bundesliga waren und schieden aus.
1960 wurde die “Alte Herren” Mannschaft gegründet. Hier wurde Kameradschaft, Geselligkeit und sportliches Verständnis geprägt und das Ziel soll sein, den Zusammenhalt im Verein zu stärken und die
Jugend zu fördern.
1971 wurde der Aufstieg von der Kreisliga in die Bezirksliga geschafft. Hier wurde mehrer Jahre um die vorderen Plätze gespielt, aber der Aufstieg in die Landesliga blieb wunschdenken. Durch
Spielerabwanderungen konnte der Klassenerhalt nicht erhalten bleiben und in der Saison 1977 war der Abstieg in die 1. Kreisklasse und später in die 2. Kreisklasse vorprogrammiert.
Am 14.03.1977 vollzieht sich ein Generationswechsel im Vorstand. Hier entsteht der Traum eines Sportheimes.
Am 03.09.1983 wird die Einweihung des Sportheimes gefeiert. Aus dem jahrelangen Provisorium Umkleide-Bauwagen und Materialbaracke ist in Zusammenarbeit mit dem Kanuclub “Wassersport Blau-Weiß
e.V. Köln” ein schmuckes Sportheim entstanden. Hier ist der Mittelpunkt aller Vereinsaktivitäten.
Der TSV ist längst kein reiner Fußballclub mehr. Durch die Neuerrichtung der Turnhalle an der Schule gewinnt der Hallensport zunehmend an Bedeutung. Das Hallensportangebot des TSV umfasst außer
Turnen/Gymnastik, Badminton, Volleyball etc. und die Mitgliederzahl erhöhte sich von 350 auf 650.
In der Zeit von 1983 - 1998 ist der TSV Weiß zu einem der größten Vereine im Rhein-Erft Kreis geworden und hat zeitweise über 800 Mitglieder. Die Fußballer halten sich erfolgreich in der Kreisliga und streben in den nächsten Jahren, duch die hervorragende Jugendarbeit den Aufstieg in die Bezirksliga an.
2001 ist es dann soweit. Der TSV spielt wieder in der Bezirksliga. Leider geht es hier in den nächsten Jahren wie beim 1. FC Köln. Ein Aufstieg- und wieder ein Abstieg. Man nennt das auch Fahrstuhlmannschaft.